BASLER FORUM FÜR ÄGYPTOLOGIE

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Donnerstag, 26.10.2017, 18:15 Uhr
Rosshofgasse 2, CH-4051 Basel, Schnitz S02 (Tram 3, Bus 30 und 34: Haltestelle Universität)

Dr. Janne Arp-Neumann, Göttingen
Die monumentalen Privatgrabanlagen von Amarna

Abstract der Referentin

Die sogenannte "Amarnazeit" ist eine weit über die Grenzen der Ägyptologie bekannte Periode der ägyptischen Geschichte in der zweiten Hälfte des 14. vorchristlichen Jahrhunderts. Diese ist in erster Linie damit zu verbinden, dass die Residenz bei ungebrochener dynastischer Königsfolge von Theben nach Mittelägypten verlegt wurde. Dort hat König Amenhotep IV., der sich fortan Echnaton nannte, eine Stadt gegründet und dem Gott Aton geweiht, die wir heute unter dem Namen "Tell el-Amarna " kennen. Die materiellen Hinterlassenschaften dieser Zeit weisen im Vergleich mit denen der früheren 18. Dynastie außergewöhnliche Charakteristika auf. Sehr deutlich sind diese in der Architektur, im Stil der Statuen und Reliefs, aber auch in der Schrift und Sprache zu erkennen. Seit ihrer Wiederentdeckung im 19. Jahrhundert wurde die Regierungszeit Echnatons daher mit großem Interesse betrachtet. Der Fokus war vor allem auf den sogenannten "Großen Atonhymnus" gerichtet, einem Exemplar einer Gruppe hymnischer Texte, die auf die Laibungen der Durchgänge der monumentalen Privatgrabanlagen von Amarna geschrieben sind.

Bei den Grabanlagen handelt es sich um Felsfassadengräber, die mehrere begehbare Räume umfassen, deren Wände mit figürlichen Darstellungen in Relief sowie mit hieroglyphischen Texten dekoriert sind. Als architektonische Elemente sind vor allem Säulen, Stelen und Statuen der Grabbesitzer zu nennen. Von den begehbaren Kulträumen führen gewundene Treppen und Schächte zu Kammern hinab, in denen die Mumien und ihre Ausstattungen niedergelegt werden sollten. Die Besitzer dieser Grabanlagen waren zu Lebzeiten Personen, die einen engen Kreis um den König gebildet haben und die verantwortungsvolle Ämter ausübten. Als ich 2006 meine Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen den sozialen Rollen dieser Grabbesitzer und der Anlage und Ausstattung ihrer Gräber aufgenommen habe, lag die Publikation der archäologischen Erkundung dieser Nekropole durch Norman de Garis Davies bereits seit einhundert Jahren vor. Für eine Erschließung des sozialen Gefüges von Amarna aus dieser Nekropole waren allerdings Nachuntersuchungen nötig, die ich vor Ort durchführen konnte. In meinem Vortrag möchte ich die Ergebnisse meiner Forschungen bildreich vorstellen und dabei zeigen, wie reich der Ertrag an Informationen über die Amarnazeit ist, den diese Nekropole zu gewinnen ermöglicht.

Bildnachweis  

© Janne Arp-Neumann

Update: 05.06.2017 Webdesign: R. Gautschy © Basler Forum für Ägyptologie