BASLER FORUM FÜR ÄGYPTOLOGIE

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Donnerstag, 18.05.2017, 19:00 Uhr
Rosshofgasse 2, CH-4051 Basel, Schnitz S01 (Tram 3, Bus 30 und 34: Haltestelle Universität)

Dr. Kathrin Gabler, Basel
Who's who at and around Deir el-Medina: Eine diachrone Betrachtung der Arbeitersiedlung und ihres Versorgungspersonals

Abstract der Referentin

Deir el-Medine gilt als wissenschaftlicher Sonderfall in der Ägyptologie, der mit einem gigantischen erhaltenen Textkorpus einen einzigartigen Einblick in die Sozialgeschichte des Alten Ägypten gewährt. In der Arbeitersiedlung auf dem thebanischen Westufer lebten in der 18., 19. und 20. Dynastie ( 1550 bis 1070 v. Chr.) diejenigen Arbeiter und ihre Familien, die die Gräber im Tal der Könige und im Tal der Königinnen anfertigten. Die Bewohner des Ortes verfügten über ein eigenes Versorgungspersonal − die smd.t / n bnr / n pA xr −, welches für die Arbeiter und deren Familien fast täglich zuständig war, diese mit Nahrungsmitteln, Material und Kleidung für den Eigenbedarf und den Bau der Königsgräber auszustatten. Die 12 Berufsgruppen und ca. 600 namentlich identifizierten Angehörigen dieser smd.t mit ihren vielfältigen Informationen in über 1.500 Quellen werden in meiner Dissertation erstmals übergreifend untersucht. Der Vortrag stellt diese exemplarisch mit Personen aus und um die Dorfgemeinschaft vor und präsentiert neue Ergebnisse zur Entwicklung Deir el-Medines von der 18. bis zum Ende der 20. Dyn., welche durch verschiedene Einflüsse bedingt war. Dabei legt der Abgleich von schriftlichen Belegen und archäologischen Befunden in chronologischer Vorgehensweise ein komplexeres Bild der Community of Workmen vor, als bislang häufig postuliert. Dieses lässt aber ein schlüssiges Modell von der Entstehung bis zur Aufgabe der Siedlung inkl. ihres Versorgungspersonals rekonstruieren, das neue Perspektiven für die Beurteilung der in singulärer Weise überlieferten Quellen bietet.

Bildnachweis  

© Kathrin Gabler

Update: 03.02.2017 Webdesign: R. Gautschy © Basler Forum für Ägyptologie