BASLER FORUM FÜR ÄGYPTOLOGIE

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Donnerstag, 29.11.2018, 18:15 Uhr
Rosshofgasse 2, CH-4051 Basel, Schnitz S02 (Tram 3, Bus 30 und 34: Haltestelle Universität)

Dr. Mareike Wagner, Tübingen
Neues aus dem Grab des Ibi (TT 36) - Die Sargkammer des Psametik und die beiden Sarkophage des Ibi

Abstract der Referentin

Die Grabanlage des Ibi (TT 36) liegt im Asasif auf dem thebanischen Westufer im heutigen Luxor/Ägypten. Die ausgedehnte Nekropole der hauptsächlich spätzeitlichen Privatgräber erstreckt sich entlang des Prozessionsweges von der Grenze des Fruchtlandes bis hin zum Totentempel der Hatschepsut im Westgebirge von Deir el-Bahari und beherbergt u.a. die größten Gräber, die im Alten Ägypten jemals für Privatpersonen errichtet wurden. Dazu zählen insbesondere die Gräber des Petamenope (TT 33), des Harwa (37) und des Monthemhet (TT 34). Die Grabanlage TT 36 des Obermajordomus der Gottesgemahlin Nitokis namens Ibi wurde in den 1970er Jahren von Wolfgang Schenkel und Klaus-Peter Kuhlmann aufgenommen, dokumentiert und publiziert. Dabei wurde jedoch nur die Dekoration und architektonische Gestaltung des Grabes aufgenommen. Kleinfunde und Keramik wurden für einen leider nie erschienenen zweiten Band aufgespart, ebenso wie die Freilegung dreier Schächte, die von den Räumen R5, R7 und R9 im Norden der Grabanlage abgehen. Die Schächte wurden etwas später 1989 von Daniel Polz, Klaus-Peter Kuhlmann und Sigfried Eisermann freigelegt, die dabei am Fuße des Schachtes in R5 auf eine wunderbar erhaltene und komplett dekorierte Sargkammer stießen. Seit 2015 läuft nun an der Universität Tübingen in Kooperation mit dem DAI Kairo ein Forschungsprojekt zur Aufarbeitung dieser ausstehenden Funde in der Grabanlage des Ibi. Es beschäftigt sich hauptsächlich mit der Dokumentation und Bearbeitung der beiden Steinsarkophage des Ibi, die Schenkel in situ in der Sargkammer gefunden hatte, und eben dieser prachtvollen Sargkammer des Psametik, die mit ihrer Dekoration aus Stundenritual, Totenbuch und unbekannten Texten in perfekter Erhaltung und in meisterhafter Qualität einen wunderbaren Einblick in die Essenz der Gestaltung spätzeitlicher Grabanlagen und Textentwicklung gibt.

Bildnachweis  

© Mareike Wagner

Update: 30.04.2018 Webdesign: R. Gautschy © Basler Forum für Ägyptologie